Über den Film

Anna Ditges
© Marcel Rothaupt

In den letzten Jahren ist der Wille der Menschen, gehört zu werden und sich einzumischen, deutlich spürbar geworden. In vielen Städten, wo über die Köpfe der Anwohner hinweg entschieden wurde, haben sich Bürgerbewegungen gebildet. Immer wieder ist dann von „Wutbürgern“ die Rede, die sich gegen jede (auch notwendige) Veränderung sperren.

Dabei wird aber übersehen, dass durch dieses Engagement ein spannender demokratischer Prozess in Gang gesetzt wird. An dem oftmals sehr ideologisch geführten Kampf um das Kölner Helios-Gelände, im Mikrokosmos der größten deutschen Provinzstadt, zeigt sich exemplarisch, wie überall in Deutschland die verschiedenen Interessengruppen – Bürger, Politik und Wirtschaft – lernen müssen, miteinander umzugehen und Kompromisse zu finden.

Während der langwierigen und spannungsreichen Auseinandersetzungen in Köln-Ehrenfeld ist mir vor allem eines klar geworden: Für die Bewohner einer Stadt geht es bei solchen Entscheidungen um viel mehr als um einen Planungs- und Investitionsraum, und um sehr viel mehr als ums bloße Rechthaben oder Blockierenwollen. Für sie geht es um Heimat, um Verortung, um Identität – und um das Gefühl, sich das alles selbst schaffen und gestalten zu können.

Anna Ditges